TOTE DICHTER LEBEN LÄNGER

Komödie von Curt Goetz - Dialekt-Bearbeitung: Gerhard Schütz

Die Handlung


Als Autorin ein Theaterstück auf eine deutsche Bühne zu bringen: Eine frustrierende Sache. Da muss man auch mal zu unkonventionellen Methoden greifen... Als Hollywood-Schauspielerin endlich mal aus dem ewigen Rollen-Cliché auszubrechen: Unmöglich - es sei denn vielleicht, man akzeptiere einen Bären als Partner... Ein spritziger und hintersinniger Theaterspass der besonderen Art.

90 Jahre Curt Goetz in Merligen


Der grosse Autor und Schauspieler Curt Goetz (1888-1960) lebte von 1927 an und dann wieder ab 1946 - nach 7 Jahren in Hollywood - zeitweise in Merligen. Dorf und Landschaft waren ihm und seiner Frau, der Schauspielerin Valérie von Martens, sehr ans Herz gewachsen: „Wir blieben in unserem geliebten Merligen. In der Erinnerung erscheint dort alles hell wie der Mai“. Goetz verfasste Stücke (die zum Teil auch verfilmt wurden), die in ihrer humanistisch-humoristischen Grundhaltung zeitlos sind.

Hintergrund


Curt Goetz schrieb unter dem Sammeltitel „Seifenblasen“ drei Einakter mit einem Vor- und Nachspiel. Unser Stück bringt daraus den Einakter „Die Bärengeschichte“ unter dem Titel „Der Bär im rosaroten Cadillac“, zusammen mit dem „Vor- und Nachspiel“ in einem Theaterbüro. Die „Bärengeschichte“ setzt humoristisch überhöht Erfahrungen des Ehepaars Goetz in Hollywood in Szene. Sie waren zwar erfolgreich, aber auf die Dauer nicht glücklich. Goetz war Autor mit Leib und Seele und konnte sich mit dem Hollywood-System (z.B. Arbeitsteilung, Orientierung an der maximalen Einschaltquote zu Lasten der künstlerischen Freiheit und Qualität) nicht anfreunden. So lehnte er schliesslich einen lukrativen 5-Jahres-Vertrag mit dem grossen MGM-Studio ab, und sie kehrten nach Merligen zurück. In unserer freien Dialekt-Bearbeitung wird der autobiografische Merligen-Bezug der „Bärengeschichte“ gegenüber dem Originaltext etwas vertieft. Selbst die „Blümlisalp“ fehlt nicht... „Tote Dichter leben länger“ ist eine Dialekt-Erstaufführung. Das ironisch-ernsthafte Stück spielt zwar in den fünfziger Jahren, ist aber in seiner Thematik zeitlos. Goetz gab einer seiner Komödien den Untertitel „Höherer Blödsinn mit Tiefsinn“ - er wollte durchaus ein breites Publikum erreichen, aber nicht um jeden Preis.